
Wie zu jeder Adventszeit habe ich auch in diesem Jahr eine Postkarte entworfen, die, trotz ihrer erwünschten Laizität, die Weihnachtswerte zum Ausdruck bringt. Letztes Jahr sprach die Postkarte über die Natalität, und stellte einen Bezug zum hundertjährigen Jubiläum der Geburt der Philosophin Hannah Arendt her. Dieses Jahr möchte ich mit dieser Postkarte die Freude und Hoffnung unterstreichen, die trotz allem diese in diesen Tagen gefeierte Natalität darstellt. Eine Freude und eine Hoffnung, die uns hoffentlich über diese Tage hinaus, während das ganze Jahr begleitet. Genauso wie die gerade Linie des Winkels auf dem Foto sich auch auf der visuellen Organisation des Gedichtes weiterstreckt.
Um diese hoffnungsvolle Freude auszudrucken habe ich ein von mir vor kurzem geschossenes Foto der Zentralen Gedenkstätte in der Neuen Wache in Berlin, ein auf erschreckender Weise schlichter Raum, und ein Gedicht, das der spanische Dichter Miguel Hernández (1910-1942) während seiner politischen Haft unter der Franco-Diktatur im Jahr 1940 schrieb.
Der Abend, in dem ich in die Neue Wache ging, war ein kalter und verregneter, und das Regen fiel in den Raum, auf der Statue, durch ein rundes, einfaches Loch auf dem Dach. Es war so, als ob das Metall mitten in dieser desolaten Landschaft weinen würde. Und die Skulptur Köllwitz' ist eher eine laizistische und universelle Erinnerung an das Bild, dass Maria und Jesus im Golgota, nicht im Stall, bilden, obwohl beide Gruppen zwei Seiten derselben Medaille sind. Aber einmal habe ich das Foto gemacht, habe ich beobachtet, wie das Licht ein heller Winkel aus der Dunkelheit hervortreten ließ, als ob sich eine Tür in diesem geschlossenen, hoffnungslosen Raum öffnen würde und somit die Seiten der Medaille umgedreht wurden. Und das Gedicht Hernándezs hat mich immer beeindruckt; nicht nur diese Fragmente, sondern auch der ganze Text. Ich finde es bewegend, wie dieser Mensch, mitten im vom Bürgerkrieg desolaten Spanien der Nachkriegszeit und mitten in der übelsten Zeit der Repression, von der man behauptet hat, dass sie das ganze Land zu einem Gefängnis verkommen ließ, den Mut finden, um nach vorne hoffnungsvoll zu schauen. Er starb schließlich in einem Gefängnis für politische Häftlinge im Jahr 1942, aber trotzdem schafft er es, uns diese Hoffnung durch diesen Gedicht zu übertragen.
Um diese Freude zu übertragen habe ich also diese beiden traurigen aber auch hoffnungsvolle Elemente verwendet. Es handelt sich um zwei Symbole, die zu zwei kollektiven Erinnerungen an dem 20. Jahrhunderts - eine deutsche und eine spanische - gehören. Dadurch möchte ich auch an den "Roten" gedenken, die im Spanien der 1930er und 1940er Jahre für Gerechtigkeit gekämpft haben und deswegen verfolgt wurden einerseits. Andererseits werde ich vor Weihnachten, nach dem Ende meines Studiums, Freiburg verlassen und nach Madrid gehen. Im Koffer möchte ich ein Element der deutschen politischen Kultur mitnehmen, nämlich das Gefühl von Verpflichtung gegenüber denen, die im 20. Jahrhundert verfolgt wurden, und trotzdem die Hoffnung wachgehalten haben.
Um diese hoffnungsvolle Freude auszudrucken habe ich ein von mir vor kurzem geschossenes Foto der Zentralen Gedenkstätte in der Neuen Wache in Berlin, ein auf erschreckender Weise schlichter Raum, und ein Gedicht, das der spanische Dichter Miguel Hernández (1910-1942) während seiner politischen Haft unter der Franco-Diktatur im Jahr 1940 schrieb.
Der Abend, in dem ich in die Neue Wache ging, war ein kalter und verregneter, und das Regen fiel in den Raum, auf der Statue, durch ein rundes, einfaches Loch auf dem Dach. Es war so, als ob das Metall mitten in dieser desolaten Landschaft weinen würde. Und die Skulptur Köllwitz' ist eher eine laizistische und universelle Erinnerung an das Bild, dass Maria und Jesus im Golgota, nicht im Stall, bilden, obwohl beide Gruppen zwei Seiten derselben Medaille sind. Aber einmal habe ich das Foto gemacht, habe ich beobachtet, wie das Licht ein heller Winkel aus der Dunkelheit hervortreten ließ, als ob sich eine Tür in diesem geschlossenen, hoffnungslosen Raum öffnen würde und somit die Seiten der Medaille umgedreht wurden. Und das Gedicht Hernándezs hat mich immer beeindruckt; nicht nur diese Fragmente, sondern auch der ganze Text. Ich finde es bewegend, wie dieser Mensch, mitten im vom Bürgerkrieg desolaten Spanien der Nachkriegszeit und mitten in der übelsten Zeit der Repression, von der man behauptet hat, dass sie das ganze Land zu einem Gefängnis verkommen ließ, den Mut finden, um nach vorne hoffnungsvoll zu schauen. Er starb schließlich in einem Gefängnis für politische Häftlinge im Jahr 1942, aber trotzdem schafft er es, uns diese Hoffnung durch diesen Gedicht zu übertragen.
Um diese Freude zu übertragen habe ich also diese beiden traurigen aber auch hoffnungsvolle Elemente verwendet. Es handelt sich um zwei Symbole, die zu zwei kollektiven Erinnerungen an dem 20. Jahrhunderts - eine deutsche und eine spanische - gehören. Dadurch möchte ich auch an den "Roten" gedenken, die im Spanien der 1930er und 1940er Jahre für Gerechtigkeit gekämpft haben und deswegen verfolgt wurden einerseits. Andererseits werde ich vor Weihnachten, nach dem Ende meines Studiums, Freiburg verlassen und nach Madrid gehen. Im Koffer möchte ich ein Element der deutschen politischen Kultur mitnehmen, nämlich das Gefühl von Verpflichtung gegenüber denen, die im 20. Jahrhundert verfolgt wurden, und trotzdem die Hoffnung wachgehalten haben.
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